Gedanken zum Frühlingsbeginn

Man merkt schon sehr deutlich, dass er da ist, der Frühling und die Tagundnachtgleiche am 20.März 2020 hat das sozusagen manifestiert.
Am 21.März feiern wir das Frühlingsfest – Alban Eiler – „Licht der Erde“, wie es die Neo-Druiden nennen oder das Ostara des germanischen Neuheidentums.

Wie auch immer, es ist eine Zeit des Aufbruchs, Erwachen aus dem Winterruhe. Pläne die in der kalten Jahreszeit geschmiedet wurden drängen jetzt auf Umsetzung. Wir wollen raus, wir wollen Neues erschaffen, das Winterfell abwerfen und uns kreativ verwirklichen.

Dieses Jahr hält uns aber die Krise um die Corona Pandemie in Atem und lähmt unseren Enthusiasmus, lässt uns hadern was richtig und falsches Handeln ist, zwingt uns zur Geduld, bremst uns gleichsam aus.

Auch ich mache mir Gedanken, geb mir Mühe der Situation mit entsprechender Ernsthaftigkeit zu begegnen und das für mich richtige zu tun. Ich glaube fest daran, dass man in jeder Situation die Chancen nutzen soll, den Herausforderungen mutig begegnen muss und die Dinge die man nicht ändern kann möglichst gelassen hinnimmt – Punkt.

Ich habe heute Nauthiz gezogen und das gab mir Anlass über Notwendigkeit und unsere derzeitigen Lage zu reflektieren.

Nauthiz, die Rune die Zwang, Härte, die Ursache menschlicher Sorge, Notwendigkeit ausdrückt, aber auch ein guter Lehrer dafür ist, was getan werden muß.

Ich mag den Gedanken, dass das Universum kein Gut und Böse im ethischen Sinn kennt, sondern alles eine Dualität braucht. In der Natur gibt es kein Gut oder Schlecht, so wie wir es empfinden, sondern nur, je nach Situation, mehr oder weniger Vorteilhaftes. Aber immer ist das, was gerade stattfindet Teil des ewigen Zyklus des Lebens, notwendig und niemals völlig grundlos.

In unserer derzeitigen Situation zwingt uns das sich ausbreitende Covid-19 Virus in die Isolation, in die „Enge“ unserer Behausungen und wir empfinden es als teils unzumutbare Einschränkung. Warum empfinden wir das eigentlich so? Ist das nicht unser geliebter Rückzugsort unsere Festung, mit dem wir Sicherheit und Wohlbefinden verbinden?

Durch die Maßnahmen, die uns die Pandemie aufzwingt, erfahren wir einmal mehr sehr bewusst unser eigenes, einmaliges Wesen und unsere individuellen Bedürfnisse. Was für den einen angenehm, entspannend, beschützend ist, empfindet der andere als beklemmend und bedrückend.
Wie so oft nehmen wir überwiegend, kopfgesteuert mental war – denn unsere emotionalen Bauchgefühl trauen wir zumeist weniger als der Logik.

Statt sich zu sagen, „Ich schütze mich und meine Mitmenschen, indem ich zuhause bleibe, an meinem Lieblingsort, den ich mir so gestaltet habe wie ich mich wohlfühle, der mir vertraut ist“, empfinden viele, „ich bin in meiner Freiheit zu entscheiden eingeschränkt, muss zuhause bleiben, muss mich mit mir selbst und der Situation beschäftigen.“

Ja,…das wir heute konsequent sind ist notwendig, schränkt unseren Aktionsradius ein, aber es gibt eben eine Ursache, die uns zu richtigem Handeln zwingt, zu unserm eigenen Wohl, zur Bewältigung dessen was uns derzeit große Sorgen bereitet.

Nichts anderes sagt mir heute Nauthiz, weist mich auf die „Dringlichkeit“ zur Anpassung meiner Gewohnheiten hin, auf die notwendigen Schritte zur Überwindung der unvorteilhaften Situation in der wir uns befinden, und lässt mich nachdenken…

…nachdenken, warum wir immer wieder in negativen Glaubenssätzen verharren?

Wir sind gar nicht in unserer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt, wir haben uns vielmehr dafür entschieden uns zu schützen und das Beste in und aus dieser Situation zu machen, in dem wir gemeinschaftlich die notwendigen Maßnahmen mit tragen…also ich zumindest schon!

Ja es ist ungewohnt, ja es wird weitreichende Folgen geben, mit denen wir zurechtkommen müssen,…aber eins nach dem anderen. Wir schaffen das!
Bis dahin begegnet der Entschleunigung Eures Lebens bewusst, plant Eure Zukunft, bereitet vor, hört nicht auf zu leben…und begrüßt den neuen Frühling mit beiden Armen!

Alles Gute und passt gut auf Euch auf

Euer Bernhard